Statements

MR Dr. Reinhold GLEHR – Präsident ÖGAM, Allgemeinmediziner:

„Es gibt Behandlungsmethoden, bei denen extrem verschleppt wird.
Das sind zum Beispiel die Bioresonanz und die Homöopathie. Durch
die saisonale Bedingtheit der Allergie befindet sich der Patient in dem
Glauben, seine Allergie wäre geheilt. In Wirklichkeit ist aber nur die
Saison vorbei und die Allergie kehrt im nächsten Jahr wieder zurück.“

 

Univ.-Prof. Dr. Reinhart JARISCH – ÖGAI, Leiter des Komitees für klinische Allergologie:

„Man sollte sich bewusst sein: Allergien vergehen nicht, sondern
werden stärker. Es gibt natürlich Ausnahmen, so wie immer in der
Medizin, aber typischerweise ist, wenn jemand einen Heuschnupfen
hat und diesen nicht behandelt, ein Übertritt zu Asthma leicht möglich.“

 

Univ.-Prof. Dr. Bernhard SCHWARZ – Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien:

„Der Präsentismus ist ein wichtiger Begriff in der Arbeitswelt. Die Leute
gehen zwar durchaus zur Arbeit, aber sie bringen nicht die volle Leistung.
Auf einen Krankenstandstag kommen zirka zehn Präsentismustage und
somit entsteht ein gravierender Produktivitätsverlust. Wenn ich Juckreiz
habe, kann ich mich nicht konzentrieren, wenn ich aufgrund der Symptome nicht gut schlafen kann, bin ich am nächsten Tag einfach nicht fit."

 

Dr. Dietmar SCHUSTER – Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit:

„Hinsichtlich Krankenstände aufgrund allergischer Erkrankungen gibt es leider eine extrem schlechte Datenlage. Man geht in Deutschland davon aus, dass jede zehnte Krankschreibung auf Allergien zurückzuführen ist. Vor allem aber die Produktivitätsrückgänge durch allergische Leiden sind immens.“

 

Mag. pharm. Dr. Ulrike MURSCH-EDLMAYR – Präsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich:

„Bei der Beratung in der Apotheke spielt die Kommunikations-, Aufklärungs- und Informationsarbeit eine bedeutende Rolle. Weiters ist es wichtig, Angst zu nehmen und Sicherheit zu schaffen. Tipps wie Haarewaschen vor dem Schlafengehen, keine belastete Kleidung mit in die Schlafräume nehmen, Fenster geschlossen halten etc. gehören dazu. Den Patienten wird geraten, diese Maßnahmen eine gewisse Zeit lang zu probieren, Symptome zu beobachten und entweder in der Apotheke oder beim Arzt wieder zu berichten.“

 

Dr. Martin FUCHS – Chefarzt der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft:

„Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung allergischer Erkrankungen ist in Bezug auf Krankenstände sicherlich wünschenswert.“

 

Hon.-Prof. (FH) Dr. Bernhard RUPP – Arbeiterkammer Niederösterreich:

„Die von allergischen Erkrankungen beeinflusste Arbeitsfähigkeit ist ein wichtiges Thema, das in Angriff genommen werden muss, um Folgekosten auch für das System zu verhindern.“

 

Dr. Rudolf SCHMITZBERGER – ÖGKJ, Kinder- und Jugendfacharzt:

„Den so genannten Präsentismus gibt es bei Schülern genauso, die Konzentration in der Schule leidet unter allergischen Erkrankungen sehr. Zu berücksichtigen sind hier auch die Nebenwirkungen von Antihistaminika, die oft Müdigkeit hervorrufen.“

 

MR Dr. Klaus WIRTINGER – niedergelassener Facharzt für HNO:

„Das Problem, das ich sehe, ist die Vergütung: Das Austesten ist äußerst schlecht bezahlt, Zeit für die Aufklärungsgespräche mit den Patienten wird zu wenig aufgebracht, weil auch diese schlecht honoriert sind.“

 

Univ.-Prof. Dr. Reinhart JARISCH – ÖGAI, Leiter des Komitees für klinische Allergologie:

„Die Erfolgsquote einer Immuntherapie in dem Sinne, dass allergische Symptome reduziert werden, liegt bei 70 bis 80 Prozent.“

 

Univ.-Prof. Dr. Verena NIEDERBERGER-LEPPIN – ÖGHNO, Universitätsklinik für HNO-Krankheiten:

„Die häufigste allergische Erkrankung ist die allergische Rhinitis. Diese
beeinflusst den Alltag enorm und verschlechtert die Lebensqualität. Je
jünger ein Patient ist, desto erfolgversprechender ist eine Immuntherapie.“

 

Univ.-Doz. Dr. Felix WANTKE – ÖGAI, Floridsdorfer Allergieambulatorium:

„Prävention von allergischen Erkrankungen ist vor allem in Hinblick
auf Folgeerkrankungen ein wesentlicher Aspekt. Eine frühzeitige Behandlung durch eine Immuntherapie kann schweren Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Asthma vorbeugen.“

 

Prim. Dr. Klaus VAVRIK – Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit:

„Kinder leiden oft auch heftig unter den sozialen Auswirkungen einer Allergie. Sie haben noch keine fertig ausgereifte Persönlichkeit und alle ihre Sozialerfahrungen werden dann Teil der Identität. Wenn sie mehrere Jahre hindurch das Gefühl erleben, dass sie nicht wirklich mit den anderen ‚mitkönnen‘, wird dieses ‚Schwach-Sein‘ als Selbstbild mit ins Leben genommen. Das ist etwas enorm Beeinträchtigendes, weil es die Grundstruktur des Selbst­bildes prägt.“

 

Univ.-Prof. Dr. Bernhard SCHWARZ – Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien:

„Ein häufiges Problem am Arbeitsplatz ist der Druck. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es für den Arbeitgeber oft wenig verständlich, wenn Mitarbeiter aufgrund ihrer Allergie nicht einsatzfähig sind und eigent­lich zu Hause bleiben sollten.“

 

Univ.-Prof. Dr. Reinhart JARISCH – ÖGAI, Leiter des Komitees für klinische Allergologie:  

„Prävention kann schon mit sehr einfachen Schritten auch im öffentlichen Raum umgesetzt werden. Ein gutes Beispiel ist die Zunahme an allergischen Reaktionen durch Bienenstiche im Freibad, wenn Badegäste barfuß durch die blühende Kleewiese gehen. Dem kann einfach mit regelmäßigem Rasenmähen entgegengewirkt werden.“

 

MR Dr. Reinhold GLEHR – Präsident ÖGAM, Allgemeinmediziner:

„Mein persönlicher Eindruck ist allerdings schon, dass die Häufigkeit von Allergien generell zugenommen hat. Aber gleichzeitig hat auch die Zahl der erfolgreichen Therapien zugenommen, bei denen Patienten wieder von ihrer Allergie befreit wurden. Allein heute Vormittag hatte ich fünf Patienten mit Verdacht auf eine allergische Erkrankung in der Ordination. Das ist der Alltag eines Hausarztes, besonders im ländlichen Raum. Der Hausarzt ist auf jeden Fall eine gute Anlaufstelle für allergische Beschwerden.“

 

Mag. pharm. Dr. Ulrike MURSCH-EDLMAYR – Präsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich:

„Ich würde es sinnvoll finden, wenn Ärzte und Apotheker, vor allem wenn
es um den extramuralen Raum geht, gemeinsam Fortbildungskurse besuchen. Denn gewisse Themen sind derart allgemein gültig, dass es für mich sehr lohnenswert wäre, wenn auf Bundesländerebene zum Beispiel versucht wird, gewisse Grundbotschaften gemeinsam auf einer Ebene zu vermitteln.“

 

Univ.-Prof. Dr. Bernhard SCHWARZ – Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien:
„Wir, die Betriebsärzte der Bank Austria, führen regelmäßig Immuntherapien durch und haben gute Kontakte zu den Allergiezentren

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